Als Kleinunternehmer die Steuererklärung abgeben - so geht´s

Wer zum Beispiel über einen Online-Handel Produkte gewerblich verkauft und damit Nebeneinkünfte erzielt, muss diese versteuern, sofern die Einnahmen 410 Euro pro Kalenderjahr übersteigen. Wer über diesen Grenzwert hinaus verdient, ist dazu verpflichtet, dem Finanzamt Auskunft über die finanzielle Situation zu geben. Einige Punkte sollten beachtet werden.

Steuererklärung als Kleinunternehmer

Wird nur wenig Umsatz generiert, bleibt auch der Steueraufwand eher gering. In solchen Fällen können Steuerzahler die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen. Dann muss keine Umsatzsteuer ans Finanzamt übermittelt werden. Des Weiteren wird auf die Umsatzsteuervoranmeldung verzichtet.

Laut Definition können Kleinunternehmer Einzelunternehmer, Freiberufler, Unternehmensgesellschaften oder aber auch GbRs sein.

Wichtig für Kleinunternehmer ist:

  • Gesamtumsatz wird voraussichtlich im Jahr der Gründung 17.500 Euro nicht überschreiten.
  • In den Jahren nach der Gründung ist jedes Jahr zu prüfen, ob der Umsatz im vorherigen Jahr unter 17.500 Euro lag. Beispiel: Eine Unternehmerin gründet im Jahr 2020 eine Firma. Um Kleinunternehmerin sein zu können, darf der Umsatz im Jahr 2020 17.500 Euro nicht überschreiten. Ob dies der Fall ist, sollte die Unternehmerin am Ende des Jahres prüfen.
  • Zudem darf im laufenden Jahr der voraussichtliche Gesamtumsatz 50.000 Euro nicht überschreiten. Wieder ein Beispiel: Die Unternehmerin muss jedes Jahr schätzen, ob sie einen Umsatz von mehr als 50.000 Euro erwartet. Falls sie einen entsprechend hohen Umsatz erwartet, kann sie nicht mehr Kleinunternehmerin bleiben und muss Umsatzsteuer berechnen.

Gesamtumsatzgrenze von 17.500 Euro für Kleinunternehmer

Die Gesamtumsatzgrenze in Höhe von 17.500 Euro bezieht sich immer auf ein ganzes Kalenderjahr.

Kleinunternehmerregelung beantragen

Gründer erhalten vom Finanzamt einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Auf dem Frageformular muss angekreuzt werden, ob die Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen werden soll oder nicht. Zu einer Regelbesteuerung kann jederzeit gewechselt werden. Für einen Besteuerungswechsel reicht in der Regel ein formloses Schreiben an das Finanzamt aus.

Vor- und Nachteile der Kleinunternehmer-Regelung

Wer die Bedingungen als Kleinunternehmer erfüllt und die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nimmt, muss auf seinen Rechnungen keine Umsatzsteuer berechnen. Dadurch spart der Kleinunternehmer etwas Verwaltungsaufwand und muss die eingenommene Umsatzsteuer nicht später an das Finanzamt abführen. Kleinunternehmer müssen auch keine Gewerbesteuer zahlen.

Es gibt aber auch mindestens einen Nachteil: Kleinunternehmer haben nicht die Möglichkeit, die Umsatzsteuer, die sie selbst für Waren und Dienstleistungen gezahlt haben, teilweise vom Finanzamt zurückzubekommen.

Unternehmer, die auf ihren Rechnungen Umsatzsteuer ausweisen, haben im Unterschied dazu die Möglichkeit, die von ihnen gezahlte Umsatzsteuer mit der von ihnen eingenommenen Umsatzsteuer zu verrechnen.

EÜR: Einnahmen-Überschussrechnung

Kleinunternehmer kommen um eine Steuererklärung nicht herum. Vor allem die sogenannte Anlage EÜR, also die Einnahmen-Überschussrechnung, muss übermittelt werden. Seit dem Steuerjahr 2017 erfolgt die Übermittlung ausschließlich online.

Mit der EÜR wird der Gewinn ermittelt. Dazu werden die Einnahmen mit den Ausgaben verrechnet. Die Ausgaben werden bei Kleinunternehmern als Bruttobeträge herangezogen. Anschließend wird der Gewinn festgehalten. Die Steuerlast ermittelt dann das Finanzamt.