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Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Selbstständige müssen eine Steuererklärung abgeben, aber wie sieht es mit dem Rest aus?

Wer selbstständig ist, weiß, dass er um die Abgabe einer Steuererklärung nicht herum kommt. Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende sind grundsätzlich dazu verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben.

Doch auch manche Arbeitnehmer sind in Deutschland dazu verpflichtet, dem Finanzamt Rede und Antwort zu stehen. Wenn Du zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet bist, musst Du sie bis zum 31. Juli des Folgejahres einreichen, ansonsten droht ein Bußgeld.

Wer ist in Deutschland als Arbeitnehmer pflichtveranlagt? Wir erklären es dir.

  • Laptop oder Handy gekauft?

  • Letztes Jahr berufsbedingt umgezogen?

  • Letztes Jahr weniger als 12 Monate gearbeitet?

  • Mehr als 30 Minuten Arbeitsweg?

  • Verheiratet mit Steuerklassen III/V?

  • An Weiterbildungen teilgenommen?

  • Selbstständige Einkünfte bezogen?

Du bist verpflichtet deine Steuererklärung zu machen.

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Wer zur Abgabe verpflichtet ist

Arbeitnehmer entrichten Einkommensteuer, welche direkt vom Lohn abgezogen wird. Manchmal kann die erhobene Steuer allerdings von der „eigentlichen" Lohnsteuer abweichen. In solchen Fällen kommt es zu einer Pflichtveranlagung, es muss also eine Steuererklärung abgegeben werden.

Um eine Einkommensteuererklärung kommst Du nicht herum, wenn:

  • Du einen Lohnsteuerfreibetrag beantragt hast (allerdings gilt keine Abgabepflicht, wenn der im Jahr 2020 insgesamt erzielte Arbeitslohn 11.900 Euro nicht übersteigt/ 2021: 12.250 Euro)
  • Lohnersatzleistungen wie Kurzerabeitergeld oder Arbeitslosengeld I erhalten wurden, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen und mehr als 410 Euro im Kalenderjahr betragen
  • bei unverheirateten oder geschiedenen Eltern der Ausbildungsfreibetrag, Behinderten- oder Hinterbliebenen-Pauschbetrag für Kinder nicht 50/50 aufgeteilt wird
  • mehrere Einkünfte parallel von mehreren Arbeitgebern eingenommen wurden (Du also mindestens einmal Steuerklasse 6 eingetragen hast)
  • eine Abfindung mit Fünftel-Regelung gezahlt wurde
  • Du Urlaubsvergütung aus der Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft erhalten hast
  • Eheleute Steuerklasse 4 mit Faktorverfahren gewählt haben oder die Steuerklassenkombination 3/5
  • Deine Ehe während des Veranlagungszeitraums durch Tod oder Scheidung aufgelöst wurde und Du oder Dein Ex-Partner im selben Jahr wieder heiraten
  • die Mindestvorsorgepauschale höher ist als Vorsorgeaufwendungen
  • Nebeneinkünfte ohne Lohnsteuerabzug über 410 Euro liegen (z.B. Kapitalerträge, auf die keine Abgeltungsteuer gezahlt wurde oder Mieteinkünfte)

Steuererklärung online erstellen

Steuererklärungen müssen in bestimmter Form eingereicht werden. Das bedeutet, dass diese amtlich vorgeschriebenen Formulare genutzt werden müssen. Wenn Du aber nicht unbedingt ein Profi im Steuerwesen bist, wirst Du schnell feststellen, dass das Ausfüllen der Formulare Nerven kostet und recht kompliziert ist - und die Steuerformulare Dir auch keine Hinweise zum Steuern Sparen geben.

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Das sind die wichtigsten absetzbaren Posten

Umzugskosten für berufliche bedingte Umzüge

Wer aus beruflichen Gründen umzieht, kann die entstandenen Kosten in seiner Steuererklärung als Werbungskosten ansetzen. Für manche dieser Kosten kannst Du die Umzugskostenpauschale für “sonstige Umzugskosten” nutzen. Sie umfasst u.a. Kosten für Wohnungsanzeigen, Nachsendeaufträge oder Schönheitsreparaturen und Renovierungsarbeiten in der bisherigen Wohnung. Seit dem 1. Juni 2020 beträgt die Pauschale 860 Euro für die berechtigte Person und 573 Euro für jede weitere Person (Lebenspartner und Kinder).

Umzugskosten für private Umzüge

Aufwendungen für Umzüge aus privaten Gründen können zwar nicht als Werbungskosten angesetzt werden, aber: Wenn Du im Rahmen des Umzugs Handwerker oder ein Umzugsunternehmen beauftragst, kannst Du die Kosten als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen. Insgesamt können jährlich bis zu 1.200 Euro für Handwerkerleistungen und bis zu 4.000 Euro an Dienstleisterkosten direkt von Deiner Steuerschuld abgezogen werden.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Nicht nur Kosten für Haushaltshilfen oder Hundesitter können steuerlich geltend gemacht werden, sondern auch anfallende Rechnungen für Gartenarbeiten und Pflegeleistungen.

Steuer-Tipp: Die Personalkosten in der jährlichen Betriebskostenabrechnung Deines Vermieters sind ebenfalls als haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich absetzbar! Dazu zählen zum Beispiel Gärtner, Schornsteinfeger und die Hausflurreinigung.

Telefon- und Internetkosten

Wer sein privates Mobiltelefon und Internet auch berufsbedingt verwendet, kann 20 Prozent des Rechnungsbetrags - maximal 20 Euro im Monat - als Werbungskosten absetzen.

Entfernungspauschale

Dein Weg zur Arbeit ist steuerlich absetzbar - unabhängig davon, welches Verkehrsmittel Du nutzt. Die Entfernungspauschale (auch Pendlerpauschale genannt) berücksichtigt jeden vollen Kilometer der einfachen Wegstrecke mit 30 Cent. Pro Arbeitstag kannst Du nur eine Wegstrecke (Hin- oder Rückweg) geltend machen.

2021 steigt die Pauschale ab dem 21. Kilometer der einfachen Wegstrecke auf 35 Cent pro vollem Kilometer.

Bewerbungskosten

Die Kosten für Fachliteratur, Mappen, Bewerbungsfotos und Co. können von der Steuer abgesetzt werden. Pro elektronischer Bewerbung können 2,50 Euro angesetzt werden, 8,50 Euro sind es durchschnittlich bei postalischen Bewerbungsschreiben.

Berufsverbände und Gewerkschaften

Wer Mitglied in einer Gewerkschaft oder einem Berufsverband ist, kann seine Beiträge in voller Höhe als Werbungskosten in seiner Steuererklärung ansetzen.

Häusliches Arbeitszimmer und Home-Office-Pauschale

Wer ein steuerlich anerkanntes häusliches Arbeitszimmer hat, kann die Aufwendungen dafür bis zu 1.250 Euro (beschränkter Abzug) oder in voller Höhe absetzen (unbeschränkter Abzug).

Wer kein steuerlich anerkanntes Arbeitszimmer hat und - vor allem in Zeiten von Corona - dennoch im Home-Office arbeitet, sollte für 2020 und 2021 unbedingt die Home-Office-Pauschale nutzen und damit 5 Euro pro Home-Office-Tag (bis zu 600 Euro im Jahr) von der Steuer abziehen.

Altersvorsorge

Deine Beiträge zur gesetzlichen und privaten Rentenversicherung kannst Du als Sonderausgaben steuerlich absetzen. Die Summe der absetzbaren Beiträge erhöht sich jährlich um 2 % und liegt 2021 bereits bei 92 %.

Pauschalen für Ehrenamt und Übungsleiter

Wenn Du Dich nebenberuflich sozial engagierst und dafür eine Aufwandsentschädigung erhältst, kannst Du mit der Ehrenamtspauschale oder der Übungsleiterpauschale - je nach Tätigkeit - bis zu 840 Euro oder bis zu 3.000 Euro jährlich steuerfrei behalten.

Kinderbetreuung

Eltern, die Kinder unter 14 Jahre haben, können zwei Drittel der Betreuungskosten als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Für behinderte Kinder gibt es keine Altersbeschränkung. Jährlich kannst Du bis zu 4.000 Euro Betreuungskosten pro Kind steuerlich absetzen.

Freibeträge für 2021

Es gibt es Freibeträge und Pauschalen, die Teile Deines Einkommens automatisch steuerfrei stellen - zur Sicherung Deines Existenzminimums (Grundfreibetrag) und dem Deiner Kinder (Kinderfreibeträge). Beide erhöhen sich 2021:

  • Grundfreibetrag: 9.744 Euro
  • Kinderfreibetrag: 4.194 Euro pro Kind und Elternteil

Auch das Kindergeld dient der Sicherstellung des Existenzminimums Deiner Kinder. 2021 erhöht es sich auf:

  • Kindergeld (1. und 2. Kind) 219 Euro
  • Kindergeld (3. Kind) 225 Euro
  • Kindergeld (ab 4. Kind) 250 Euro

Hinweis: Das Finanzamt verrechnet bei Abgabe Deiner Steuererklärung automatisch Dein erhaltenes Kindergeld gegen den Kinderfreibetrag und wählt die für Dich günstigere Alternative. Denn es gilt: Entweder Kindergeld ODER Kinderfreibetrag.

Unser ausführlicher Steuerguide informiert Dich umfassend über alle möglichen absetzbaren Kosten in Deiner Steuererklärung!

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