BAföG und Kurzarbeit

12 Millionen Arbeitnehmer waren 2020 in Kurzarbeit. Für viele Eltern fällt deshalb ein Teil ihres Einkommens weg. Wenn auch Deine Eltern in Kurzarbeit sind oder waren, ist das Deine Chance, Dein BAföG zu erhöhen oder überhaupt einen Anspruch zu erhalten. Es lohnt sich, denn Du zahlst nur die Hälfte der erhaltenen Leistung zurück.

Soll ich mein BAföG neu beantragen, wenn meine Eltern in Kurzarbeit waren?

Gewöhnlich wird zur Berechnung des BAföG-Satzes das Elterneinkommen aus dem vorletzten Kalenderjahr herangezogen. In Krisenzeiten wie jetzt in der Corona-Pandemie, wo Eltern möglicherweise Einkommenseinbußen verzeichnen, kann dieser Umstand für die Berechnung des BAföG-Satzes berücksichtigt werden. Dafür stellst Du einfach einen Aktualisierungsantrag. Auch Studenten, die bisher kein Anrecht auf BAföG hatten, können von dieser Regelung profitieren. Dafür muss neben dem normalen BAföG-Antrag ebenfalls ein Aktualisierungsantrag ausgefüllt werden.

Was passiert, wenn ich bisher kein BAföG bekommen habe, und jetzt meine Eltern in Kurzarbeit sind?

Wenn das Einkommen Deiner Eltern bislang zu hoch war, lohnt sich vielleicht ein neuer BAföG-Antrag. Auch bei Neuanträgen kann das aktuelle Einkommen der Eltern berücksichtigt werden. Wenn Deine Eltern (oder auch nur ein Elternteil) nun deutlich weniger Einkommen haben als im vorletzten Kalenderjahr vor Beginn des BAföG-Bewilligungszeitraums, kannst Du einen Aktualisierungsantrag stellen. Allerdings solltest Du einen solchen Antrag nicht übereilt stellen, denn schon erhaltene Leistungen müssen gegebenenfalls zurückbezahlt werden, da das gesamte Einkommen im BAföG-Bewilligungszeitraum beim Aktualisierungsantrag berücksichtigt wird. Bei einem Bewilligungszeitraum von 10/2020 bis 09/2021 würden am Ende 3/12 des Einkommens des Kalenderjahres 2020 und 9/12 des Einkommens des Kalenderjahres 2021 Deiner Eltern berücksichtigt werden. Der Aktualisierungsantrag lohnt sich also nicht, wenn Deine Eltern nur wenige Monate in Kurzarbeit waren und das Einkommen nur wenige Monate geringer war. Das Einkommen der Eltern müsste in den aktuellen Kalenderjahren 2020 und 2021 insgesamt niedriger sein als im vorletzten Kalenderjahr (2018 bzw. 2019).

Wann kann ich BAföG beantragen?

Grundsätzlich kannst Du den Aktualisierungsantrag jederzeit innerhalb des Bewilligungszeitraums stellen (auch am letzten Tag ist es noch möglich). Im Erfolgsfall würdest Du eine Nachzahlung für alle Monate des Bewilligungszeitraums bekommen.

Wie hoch kann dein BAföG-Satz sein?

Bis zu 861 Euro gibt es für Dich pro Monat. Wie viel Du bekommst, ist abhängig vom Einkommen Deiner Eltern. Normalerweise wird das vorletzte Kalenderjahr als Vergleichswert betrachtet. Verdienen Deine Eltern aufgrund von Kurzarbeit weniger als 2018 bzw. 2019, solltest Du einen Aktualisierungsantrag stellen. Verdienen Deine Eltern am Ende mehr, kann ein Teil des Geldes von Dir zurückgefordert werden. Das geschieht, wenn alle Steuerunterlagen für 2020 vorliegen. Es ist zu empfehlen, sich mit dem BAfög-Amt in Verbindung zu setzen. Beispiel:

  • Du stellst einen Aktualisierungsantrag für das Sommersemester 2020 und das Wintersemester 2020/21, weil Deine Eltern wegen der Corona-Pandemie Kurzarbeitergeld erhalten.
  • Zu einem späteren Zeitpunkt sind Deine Eltern nicht mehr in Kurzarbeit.
  • Nun fällt das Jahreseinkommen Deiner Eltern doch höher aus. Jetzt besteht die Gefahr, dass Rückzahlungen auf Dich zukommen.
  • Es zählt das Einkommen im gesamten Bewilligungszeitraum - unabhängig davon, wie hoch es zur Zeit des (Aktualisierungs-)Antrages ist.

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