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Freibeträge in der Steuererklärung

Was sind Freibeträge in der Steuererklärung und welche gibt es?

Juli: Der Monat, in dem so viele Steuerpflichtige ihre Steuererklärung abgeben müssen. Die Abgabefrist für selbst erstellte oder mit einer Software angefertigte Steuererklärungen ist immer der 31.07. Diese Deadline sorgt bei vielen für Stress. Wer die rechtzeitige Abgabe nämlich verschwitzt, dem droht ein Verspätungszuschlag.

Dabei ist das Einreichen der Steuererklärung grundsätzlich eine gute Sache. Mit ihr können sich Steuerzahler Geld vom Staat zurückholen - durchschnittlich 1.051 Euro bei freiwilliger Abgabe. Das wird nicht zuletzt durch sämtliche Freibeträge möglich, die einem gewährt werden können. Welche Freibeträge es gibt und wie Du sie geltend machst, erfährst Du in diesem Artikel.

Was ist ein Freibetrag?

Freibeträge führen zur Freistellung eines gewissen Betrags von der Besteuerung. Wer darüber hinaus verdient, muss die Differenz versteuern. Anders verhält es sich bei einer Freigrenze, bei der es zur Besteuerung des gesamten Betrags kommt, sofern der Richtwert überschritten wurde.

Ein Freibetrag wird vor allem dann gewährt, wenn Lebensumstände eintreten, die den Steuerzahler zu hohen Ausgaben zwingen. Im Rahmen der Steuererklärung werden Freibeträge im Einkommensteuergesetz, im Erbschaftsteuergesetz, im Gewerbesteuergesetz und im Körperschaftsteuergesetz genehmigt.

Zu den wichtigten Freibeträgen gehören

Grundfreibetrag

Der Grundfreibetrag wird gewährt, um das Existenzminimum jederzeit sicherzustellen. Bis zu einen gewissen Betrag werden keine Steuern fällig. Wird der Grundfreibetrag jedoch überschritten, müssen Steuern gezahlt werden.

Grundfreibeträge für das Jahr 2021

  • für Ledige 9.744 €
  • für Verheiratete 19.488 €

Grundfreibeträge für das Jahr 2020

  • für Ledige 9.408 €
  • für Verheiratete 18.816 €

Grundfreibeträge für das Jahr 2019

  • für Ledige 9.168 €
  • für Verheiratete 18.336 €

Ausbildungsfreibetrag

Wenn Kosten für die Ausbildung eines Kindes anfallen, kann der Ausbildungsfreibetrag in Höhe von 924 € pro Kalenderjahr vom gesamten Betrag der Einkünfte abgezogen werden.

Bedingungen

  • Kind ist volljährig
  • muss sich in der Ausbildung befinden
  • wohnt nicht mehr bei den Eltern
  • Kind hat Anspruch auf Kindergeld bzw. Kinderfreibetrag

Freibetrag in Anspruch nehmen

Kinderfreibetrag

Sinn und Zweck des Kinderfreibetrags ist - genau wie bei beim Kindergeld - die Sicherstellung des Existenzminimums eines jeden Kindes. Diese Sicherstellung soll gewährleistet werden, indem für Eltern ein Verdienst bis zu einer bestimmten Höhe steuerlich frei bleibt. Das Finanzamt prüft im Rahmen der Steuererklärung automatisch, ob es für die Eltern steuerlich günstiger ist, den Kinderfreibetrag oder das Kindergeld geltend zu machen.

Der gesamte Kinderfreibetrag besteht aus zwei Komponenten: dem Freibetrag für das Existenzminimum des Kindes und dem Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf (BEA). 2021 liegt der Gesamtkinderfreibetrag für zusammenveranlagte Ehepaare bei 8.388 Euro (2020: 7.812 Euro). Er steht auch dann zu, wenn der andere Elternteil verstorben oder nicht unbeschränkt steuerpflichtig ist.

Erziehungsfreibetrag

Eltern können vom “Freibetrag für Betreuung und Erziehung oder Ausbildung” profitieren, kurz: Erziehungsfreibetrag. Dieser kann nur so lange in Anspruch genommen werden, wie alle Voraussetzungen erfüllt werden.

Folgende Bedingungen müssen erfüllt werden

  • Kind hat erstmalige Berufsausbildung/ Erststudium abgeschlossen
  • Kind ist älter als 18, aber noch nicht älter als 25 Jahre alt
  • Kind befindet sich in Berufsausbildung oder
  • Kind leistet freiwilliges soziales Jahr oder freiwilliges ökoligisches Jahr

2021 liegt der Freibetrag pro Kalenderjahr bei 2.928 Euro, 2020 lag er bei 2.640 Euro .

Rabattfreibetrag

Wie die Besteuerung für Arbeitnehmer, die während des Beschäftigungsverhältnisses im Unternehmen produzierte Warengüter oder Dienstleistungen für sich in Anspruch nehmen, ausfällt, richtet sich nach dem § 8 Abs. EStG. Dieser Paragraf gewährt Mitarbeitern einen Bewertungsabschlag in Höhe von 4 % und einen jährlichen Rabattfreibetrag in Höhe von 1.080 €. Dabei handelt es sich um den Rabattfreibetrag.

Bedingungen

  • Sachbezüge müssen Arbeitnehmer aufgrund des Arbeitsverhältnisses zukommen
  • Sachbezüge, die Arbeitnehmer günstiger oder kostenlos erhalten, müssen hauptsächlich für den Bedarf fremder Letztverbraucher produziert oder vertrieben werden