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Fahrtkosten von der Steuer absetzen

Fahrtkosten können in der Steuererklärung geltend gemacht werden und sorgen so für eine Steuererstattung! Ob Pendlerpauschale beim täglichen Arbeitsweg, Kilometerpauschale bei Dienstreisen & Auswärtstätigkeit oder Familienheimfahrten bei doppelter Haushaltsführung: Alles, was Du dazu wissen musst, erfährst Du in diesem Artikel.

Steuererklärung: Wissenswertes zu den Fahrtkosten

Arbeitnehmer haben in Deutschland 2 Möglichkeiten, sich angefallene Fahrtkosten durch eine Steuererklärung zurückzuholen: Sie können entweder Pauschalen wie die Pendlerpauschale oder die Kilometerpauschale ansetzen oder die tatsächlich angefallenen Kosten geltend machen.

Fahrtkosten, die Du von der Steuer absetzen kannst, lassen sich in 3 Kategorien einteilen:

  1. Fahrtkosten für den Arbeitsweg vom Wohnsitz zur ersten Tätigkeitsstätte
  2. Heimfahrten vom Zweitwohnsitz zum Erstwohnsitz bei doppelter Haushaltsführung
  3. Fahrtkosten bei Auswärtstätigkeit & Dienstreisen

All diese Fahrtkosten können als Werbungskosten in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte: Pendlerpauschale

Im Zusammenhang mit Fahrten zur Arbeitsstätte können Arbeitnehmer die Pendlerpauschale in Anspruch nehmen (offiziell Entfernungspauschale genannt). Die Pauschale beträgt 30 Cent pro vollem Kilometer einfacher Wegstrecke - unabhängig vom Beförderungsmittel und von den tatsächlich angefallenen Kosten. Ob zu Fuß oder mit Fahrrad, Bus, Bahn und Auto: In allen Fällen kannst Du die Pendlerpauschale geltend machen. Pro Arbeitstag kannst Du allerdings nur die einfache Wegstrecke ansetzen, also entweder die Hin- oder die Rückfahrt.

Gut zu wissen: Ab Januar 2021 erhöht sich die Pauschale ab dem 21. Kilometer der einfachen Wegstrecke auf 35 Cent pro vollem Kilometer.

Gewöhnlich akzeptiert das Finanzamt bei einer 5-Tage-Woche etwa 220 Arbeitstage im Jahr. Wenn Du krank bist oder Urlaub hast, kannst Du an diesen Tagen natürlich keine Fahrtkosten ansetzen. Gleiches gilt für Tage, an denen Du im Home-Office arbeitest. Für Home-Office-Tage kannst Du stattdessen die Home-Office-Pauschale geltend machen!

Tipp: Das Finanzamt akzeptiert nur die kürzeste Straßenverbindung zur Arbeitsstätte, unabhängig vom Verkehrsmittel. Längere Umwege müssen dem Sachbearbeiter daher begründet werden. Beispielsweise könnte eine längere Strecke sinnvoll sein, wenn sie verkehrsgünstiger ist und Du dadurch schneller und pünktlicher am Arbeitsplatz bist.

Pro Kalenderjahr kannst Du mit der Pendlerpauschale maximal 4.500 Euro steuerlich absetzen.

Ausnahme: Wenn Du mit dem eigenen PKW oder einem Dienstwagen zur Arbeit fährst und Deine Fahrtkosten über 4.500 Euro liegen, kannst Du sie mithilfe der Entfernungspauschale auch über diese Grenze hinaus geltend machen. Falls Du öffentliche Verkehrsmittel nutzt und die tatsächlich angefallenen Kosten über 4.500 Euro im Jahr liegen, kannst Du sie ebenfalls steuerlich geltend machen. Dafür nutzt Du dann nicht mehr die Entfernungspauschale, sondern setzt Deine tatsächlichen Kosten an. Auf Nachfrage musst Du die Kosten allerdings belegen können.

Die Pendlerpauschale wird in die Werbungskostenpauschale mit eingerechnet. Das Finanzamt zieht im Rahmen Deiner Steuererklärung automatisch die Werbungskostenpauschale (auch Arbeitnehmer-Pauschbetrag genannt) von 1.000 Euro von Deinen Einnahmen ab. Wenn Deine Fahrt- und sonstigen Werbungskosten 1.000 Euro übersteigen, kannst Du sie in voller Höhe geltend machen, indem Du die Ausgaben einzeln ansetzt und Belege bereithältst.

Übrigens: Bereits ab 16 Kilometern täglichem Fahrtweg liegst Du allein mit den Fahrtkosten über der Werbungskostenpauschale. Auch bei kürzeren Fahrtwegen hilft Dir die Pendlerpauschale dabei, über den Betrag von 1.000 Euro jährlich zu kommen. Mache also unbedingt Deine Steuererklärung und profitiere von der Pendlerpauschale!

So setzt du Fahrtkosten ab

Fahrten zur Familie bei doppelter Haushaltsführung

Viele Arbeitnehmer arbeiten weit entfernt vom Erstwohnsitz und sehen sich gezwungen, am Arbeitsort einen Zweitwohnsitz zu beziehen. Häufig pendeln sie innerhalb der Woche zwischen Zweit- und Erstwohnsitz. Pro Woche kann eine sogenannte “Familienheimfahrt” von der Steuer abgesetzt werden. Insgesamt sind 46 Familienheimfahrten pro Kalenderjahr steuerlich absetzbar. Voraussetzung dafür ist, dass eine doppelte Haushaltsführung vorliegt. Das bedeutet, dass Dein Erstwohnsitz Dein Lebensmittelpunkt sein muss, an dem Du Dich regelmäßig aufhältst und an dessen Kosten Du Dich zu mindestens 10 % beteiligst.

Hinweis: Der Maximalbetrag von 4.500 Euro gilt bei Familienheimfahrten nicht - Du kannst Deine Fahrtkosten in voller Höhe steuerlich geltend machen!

Auswärtstätigkeit und Dienstreisen

Ob Außendienst, Fortbildung oder Messebesuch: Häufig kommt der Arbeitgeber für Fahrtkosten zur Auswärtstätigkeit auf. Diese kann er als Betriebsausgaben steuerlich absetzen. Sollten die Kosten allerdings nicht übernommen werden, lohnt es sich auf jeden Fall, sämtliche Fahrten in der Steuererklärung anzugeben! Die Wahl der Verkehrsmittel steht Dir frei. Ausnahme: Wenn Du mit dem Dienstwagen auf Geschäftsreise fährst, kannst Du die Kosten nicht von der Steuer absetzen.

Du hast bei Auswärtstätigkeiten die Möglichkeit, entweder die tatsächlich angefallenen Kosten in voller Höhe abzusetzen (beispielsweise die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel) oder, bei Fahrten mit dem PKW, alternativ die Kilometerpauschale zu nutzen.

Tipp: Im Gegensatz zur Entfernungspauschale kannst Du bei der Kilometerpauschale sowohl die Hin- als auch die Rückfahrt ansetzen.

Höhe der Kilometerpauschale

Die Kilometerpauschale beträgt für jeden gefahrenen Kilometer

  • 30 Cent für Fahrten mit dem PKW und
  • 20 Cent für Fahrten mit Motorrad, Motorroller, Moped und Mofa

Fahrtkostenabrechnung

Arbeitgeber können die entstandenen Ausgaben für Fahrten auch einzeln von der Steuer absetzen. Dann wird dem Arbeitnehmer ein standardisiertes Formular zur Fahrtkostenabrechnung an die Hand gegeben.

Folgende Angaben muss eine Fahrtkostenabrechnung enthalten:

  • Reisedatum
  • Anlass der Reise
  • Beförderungsmittel
  • zurückgelegte Strecke
  • Gesamtausgaben
  • Belege für öffentliche Verkehrsmittel
  • Name des Fahrers
  • Kontodaten des Antragstellers
  • Datum des Antrags
  • Unterschrift
  • Laptop oder Handy gekauft?

  • Letztes Jahr berufsbedingt umgezogen?

  • Letztes Jahr weniger als 12 Monate gearbeitet?

  • Mehr als 30 Minuten Arbeitsweg?

  • Verheiratet mit Steuerklassen III/V?

  • An Weiterbildungen teilgenommen?

  • Selbstständige Einkünfte bezogen?

Du bist verpflichtet deine Steuererklärung zu machen.

Es lohnt sich! Du wirst höchstwahrscheinlich eine sehr hohe Steuererstattung bekommen.

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