Steuererklärung 2021

Mit dem neuen Jahr treten auch einige Änderungen im Steuerrecht in Kraft: Konkret bedeutet das 2021 viele steuerliche Erleichterungen! Darüber wollen wir Dich natürlich auf dem Laufenden halten. Denn wer gut informiert ist, kann viele Steuern sparen und sein Geld für schöne Dinge ausgeben. Hier fassen wir für Dich zusammen, was sich im Steuerjahr 2021 ändert.

Fristen

Wenn Du verpflichtet bist, eine Steuererklärung zu machen, musst Du sie bis zum 31.07. des Folgejahres abgeben, ansonsten droht ein Verspätungsaufschlag. Da der 31.07.2022 auf einen Sonntag fällt, muss Deine Steuerklärung für das Steuerjahr 2021 bis zum 01.08.2022 beim Finanzamt eingegangen sein.

Wenn Du freiwillig eine Steuererklärung machst, hast Du dafür bis zu 4 Jahre Zeit. Das bedeutet, dass Du in diesem Fall bis Ende 2025 Zeit hast, um eine Steuererklärung für 2021 abzugeben. Die Frist für eine freiwillige Steuererklärung ist immer der 31. Dezember 4 Jahre nach dem Steuerjahr, für das Du eine Steuererklärung abgibst.

Für eine freiwillige Steuererklärung gibt es gute Gründe: Laut Statistischem Bundesamt beträgt die Steuererstattung für Arbeitnehmer, die freiwillig eine Steuererklärung abgeben, durchschnittlich 1.027 Euro.

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Wann muss ich eine Steuerklärung abgeben?

Wenn Du Lohnersatzleistungen von über 410 Euro im Kalenderjahr beziehst, bist Du verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Lohnersatzleistungen sind z.B.:

  • Kurzarbeitergeld
  • Arbeitslosengeld I
  • Elterngeld und Mutterschaftsgeld
  • Entschädigung für Verdienstausfall nach dem Infektionsschutzgesetz

Diese Leistungen sind zwar steuerfrei, unterliegen aber dem Progressionsvorbehalt. Der kann unter Umständen Deinen Steuersatz erhöhen. Umso wichtiger ist es, in Deiner Steuererklärung so viele absetzbare Posten anzugeben wie möglich. Unser Ratgeber informiert Dich ausführlich.

Hast Du Nebeneinkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit von über 410 Euro erzielt? Bist Du verheiratet und wirst in Lohnsteuerklasse 3/5 oder 4 mit Faktor veranlagt? Dann bist Du zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Eine Auflistung aller Pflichtveranlagten findest Du hier.

Kurzarbeit

Die Regelungen für Kurzarbeit wurden 2020 mehrfach an die Corona-Krise angepasst und gelten größtenteils auch für 2021. Du kannst nun bis zu 24 Monate Kurzarbeitergeld beziehen, längstens bis Ende 2021. Auch die gestaffelte Erhöhung des Kurzarbeitergeldes - je nach Bezugsdauer - bleibt bis Ende 2021 erhalten. Wenn Dein Arbeitgeber Dein Kurzarbeitergeld aufstockt, bleibt dieser Zuschuss bis Ende 2021 steuerfrei. Auch eine steuerfreie Corona-Sonderzahlung von Deinem Arbeitgeber von bis zu 1.500 Euro ist bis Juli 2021 möglich.

Achtung: Ab 2021 wird jeglicher Nebenverdienst während der Kurzarbeit wieder auf das Kurzarbeitergeld angerechnet- mit Ausnahme von Minijobs: Ein 450-Euro-Job neben der Kurzarbeit bleibt bis Ende 2021 vollständig anrechnungsfrei. Gut zu wissen für Minijobber: Dieses Jahr erhöht sich der Mindestlohn gleich zweimal: Er steigt ab dem 1. Januar 2021 auf 9,50 Euro und ab dem 1. Juli 2021 auf 9,60 Euro pro Stunde.

Tipp: Wenn Du verheiratet bist und Kurzarbeitergeld beziehst, kann es sinnvoll sein, die Steuerklasse zu wechseln. In Steuerklasse 3 fallen nämlich unterjährig die niedrigsten Abzüge an. Für Eltern gilt: Ihr Kurzarbeitergeld erhöht sich um 7 %. Das passiert automatisch in Steuerklasse 3 (hier ist der Kinderfreibetrag eingetragen, in Steuerklasse 5 nicht). Seit dem 1. Januar 2020 können Steuerpflichtige mehrmals im Jahr ihre Steuerklasse wechseln.

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Home-Office

Die im Dezember 2020 beschlossene Home-Office-Pauschale gilt auch für 2021. Dabei kannst Du pauschal 5 Euro pro Arbeitstag im Home-Office von der Steuer absetzen. Sie kann für maximal 120 Tage im Jahr beantragt werden. Bis zu 600 Euro kannst Du so jährlich als Werbungskosten geltend machen. Notiere also auch in diesem Jahr Deine Home-Office-Tage!

Grundfreibetrag

Der Grundfreibetrag erhöht sich 2021 auf 9.744 Euro. Er wird automatisch von Deinem Einkommen abgezogen – nur das, was Du darüber hinaus verdienst, muss versteuert werden.

Solidaritätszuschlag

Nach fast 30 Jahren fällt für 9 von 10 Steuerzahler der Solidaritätszuschlag von 5,5 % weg: Bis zu einem jährlichen Einkommen von 61.717 Euro wird kein Solidaritätszuschlag mehr fällig. An die neue Freigrenze schließt sich eine sogenannte Milderungszone an. Sie verhindert, dass sofort auf den vollen Steuerbetrag Soli erhoben wird. Innerhalb der Milderungszone darf der Solidaritätszuschlag nicht mehr als 11,9 % des Unterschiedsbetrags zwischen der Lohnsteuer und der Freigrenze betragen. Nur Spitzenverdiener mit Einkünften über 96.409 Euro und Kapitalanleger zahlen weiterhin den vollen Solidaritätszuschlag von 5,5 % ihrer Einkommensteuer.

Entfernungspauschale

Die Entfernungspauschale („Pendlerpauschale“) erhöht sich 2021 ab dem 21. Kilometer der einfachen Wegstrecke von 0,30 Euro auf 0,35 Euro. Die Entfernungspauschale gilt für jeden vollen Kilometer - unabhängig vom Beförderungsmittel. Du kannst sie auch absetzen, wenn Du mit dem Fahrrad zur Arbeit fährst.

Entlastung für Familien

Die Kinderfreibeträge (Kinderfreibetrag und Freibetrag für Erziehungs-, Betreuungs- und Ausbildungsbedarf) erhöhen sich auf 8.388 Euro für zusammenveranlagte Eltern, pro Elternteil liegen sie bei 4.194 Euro.

Auch das Kindergeld erhöht sich ab dem 1. Januar 2021, nämlich um monatlich 15 Euro pro Kind: Für Deinen ersten und zweiten Sprössling erhältst Du nun jeweils 219 Euro im Monat, für das dritte Kind 225 Euro und ab dem vierten Kind steigt das Kindergeld auf 250 Euro.

Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende wurde bereits für 2020 und 2021 auf 4.008 Euro angehoben. Im Jahressteuergesetz 2020 wurde beschlossen, dass dieser erhöhte Betrag auch über 2021 hinaus gilt!

Auch diese Pauschalen erhöhen sich

Der Pflege-Pauschbetrag verdoppelt sich dieses Jahr sogar und steigt für die Pflegestufen 4 und 5 auf 1.800 Euro. Zudem gibt es nun auch Geld für den 2.und 3. Pflegegrad: 600 und 1.100 Euro werden als Pflege-Pauschbeträge neu eingeführt.

Die Behinderten-Pauschbeträge erhöhen sich 2021 das erste Mal seit 45 Jahren und werden verdoppelt. Bei einer Behinderung von 20 Grad erhält man nun einen Pauschbetrag von 384 Euro. Die Systematik verläuft in 10er-Schritten bis zu 100 Grad mit 2.840 Euro. Behinderte Menschen, die hilflos im Sinne von § 33b Abs. 6 EStG sind sowie blinde und taube Menschen erhalten den verdoppelten Behinderten-Pauschbetrag von 7.400 Euro.

Zur Stärkung von Vereinen und Ehrenamtlichen wird die Ehrenamtspauschale auf 840 Euro und die Übungsleiterpauschale auf 3.000 Euro erhöht.

Mehrwertsteuer

Die Corona-bedingte Mehrwertsteuersenkung von Juli bis Dezember 2020 wird ab dem 1. Januar 2021 aufgehoben. Es gelten wieder die alten Mehrwertsteuersätze von 19% (regulärer Steuersatz) und 7% (ermäßigter Steuersatz).

Spenden

Der vereinfachte Spendennachweis ist jetzt für Spenden bis zu 300 Euro möglich (vorher nur 200 Euro). Ein Kontoauszug genügt. Neu: Die Zwecke Klimaschutz, Freifunk und Ortsverschönerung werden nun in den Katalog der gemeinnützigen Organisationen aufgenommen.

Altersvorsorge

Jährlich erhöht sich die Summe der absetzbaren Beiträge zur Altersvorsorge um 2 %. Im Jahr 2021 kannst Du bereits 92 % Deiner Beiträge zur Altersvorsorge absetzen.

Lohnsteuerermäßigung

Falls Du beim Finanzamt einen Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung stellst, bist Du im Folgejahr zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet - es sei denn, Deine im Kalenderjahr erzielten Einkünfte übersteigen 2021 nicht die Grenze von 12.200 Euro. Für Zusammenveranlagte gilt ab 2021 eine neue Grenze von 23.250 Euro.

Einkommensteuertarif

Der Einkommensteuertarif wird 2021 angepasst: Die Einkommensgrenzen, ab denen der nächsthöhere Steuersatz fällig wird, verschieben sich um jeweils 1,25 %.

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