Können Parteispenden von der Steuer abgesetzt werden?

Die meisten deutschen Parteien verlieren Mitglieder. Auf der einen Seite sterben viele alte Mitglieder oder treten aus. Und auf der anderen Seite haben die Volksparteien Probleme, genügend junge Menschen zu begeistern.

Parteimitglieder zahlen einen Mitgliedsbeitrag. Eine andere Möglichkeit, sich für eine bestimmte Politik einzusetzen, ist eine Spende für eine Partei. Das Beste daran ist, dass die Spenden in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden können. Wie genau das geht und was es zu beachten gibt, ist Thema dieses Artikels.

Spenden an politische Parteien

Wer an eine politische Partei spendet, senkt seine eigene Steuerschuld. Parteispenden betrachtet das deutsche Steuerrecht als Sonderausgaben. Um diese Ausgaben in der Steuererklärung angeben zu können, muss es sich bei der Partei um eine Organisation im Sinne des Parteiengesetzes handeln.

Dieses Gesetz besagt, dass Parteien auf die politische Willensbildung Einfluss nehmen müssen. Natürlich können auch Spenden an andere gemeinnützige Organisationen, die mit Politik nichts gemeinsam haben, getätigt werden. Auch diese werden steuerlich berücksichtigt.

Allerdings werden Parteispenden noch etwas anders gehandhabt. Sie finden zusätzlich zum Abzug von "gewöhnlichen" Spenden auf zweierlei Arten Berücksichtigung.

Wie Spenden an Parteien berücksichtigt werden

Es gibt zwei Wege, wie das Finanzamt mit Parteispenden und Mitgliedsbeiträgen für Parteien umgeht.

Zum einen wird bei Spenden und Mitgliedsbeiträgen bis zu 1.650 Euro (Ledige) bzw. 3.300 Euro (Verheiratete) die Steuerschuld direkt um 50 Prozent gemindert. Wer also 1.650 Euro spendet, zahlt automatisch 825 Euro weniger Steuern. Einzutragen sind diese Kosten als Sonderausgaben in der gleichnamigen Anlage. Bis Ende 2018 wurden die Spenden noch im Mantelbogen der Einkommensteuererklärung eingetragen.

Parteispenden von der Steuer absetzen

Zum anderen werden Spendengelder und Mitgliedsbeiträge für Parteien, die den Maximalbetrag übersteigen, ebenfalls als Sonderausgaben betrachtet. Wer zum Beispiel 3.000 Euro an eine politische Partei spendet, mindert seine Steuerschuld um 825 Euro und kann zusätzlich noch 1.350 Euro als Sonderausgaben angeben (3.000 Euro - 1.650 Euro = 1.350 Euro).

Im Allgemeinen sind Parteispenden und entsprechende Mitgliedsbeiträge für Ledige bis zu einer Höhe von 3.300 Euro steuerbegünstigt. Für Verheiratete liegt der Maximalbetrag bei 6.600 Euro.

Wissenswertes im Überblick

  • Zuwendungen werden bis zu 3.300 Euro (Ledige) bzw. 6.600 Euro (Verheiratete) vom Finanzamt anerkannt.
  • Spenden-Zahlungen müssen nachgewiesen werden (bei Spenden bis zu 200 Euro reicht ein einfacher Kontoauszug).
  • Beim Online-Banking reicht ein Online-Kontoauszug aus (mit Namen und Kontonummer des Auftraggebers und des Empfängers, dem Überweisungsbetrag sowie dem Buchungstag).
  • Auch Mitgliedsbeiträge müssen mit Beitragsquittung nachgewiesen werden.

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