Kurzarbeit – Alle Infos für Arbeitgeber

Nicht nur für Arbeitnehmer ändert sich durch die Corona-Krise der Arbeitsalltag. Auch Arbeitgeber müssen sich mit Regulierungen zur Kurzarbeit auseinandersetzen. Viele Arbeitgeber sind damit überfordert, da sie im Jahr 2020 mehr als genug drängende Themen haben, die ihre volle Aufmerksamkeit erfordern. Der zeitweilige beinahe Stillstand der Wirtschaft, der Einbruch des Bruttoinlandsproduktes und Probleme mit Lieferketten aus dem Ausland sind nur ein paar der Themen, die Arbeitgeber momentan zu schaffen machen.

Wir wollen Arbeitgeber an dieser Stelle mit den wichtigsten Fakten zum Thema Kurzarbeit gezielt informieren und mit den notwendigen Informationen zu versorgen. Insbesondere, da die Bundesregierung die Regelungen zur Kurzarbeit im Jahr 2020 wegen der Corona-Krise verändert hat. Diese Änderungen sind vorläufig bis Ende 2020 befristet.

Voraussetzungen zur Beantragung von Kurzarbeit

Die Voraussetzungen für die Beantragung von Kurzarbeit wurden wegen des massiven Einflusses der Corona-Pandemie auf die Wirtschaft für das Jahr 2020 gelockert. Das Ziel der Bundesregierung war es Arbeitslosigkeit zu vermeiden und Unternehmen gezielt zu unterstützen. So wurde im März 2020 beschlossen, dass für die Anmeldung von Kurzarbeit bei der Bundesagentur für Arbeit nur noch 10 % der Beschäftigten im Betrieb von mindestens 10 % Arbeitsausfall betroffen sein müssen. Vor der Corona-Krise waren es mindestens ein Drittel der Beschäftigten. Wichtig zu wissen ist, dass Geringverdiener zu den 10 % der Arbeitnehmer mit Verdienstausfall hinzugezählt werden, obwohl sie in der Folge keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben. Auszubildende können hier ebenfalls nicht berücksichtigt werden.

Neben der Notwendigkeit des Arbeitsausfalls prüft die Arbeitsagentur drei weitere Faktoren, bevor sie das Kurzarbeitergeld anweisen kann:

  • Betriebliche Voraussetzungen,
  • Persönliche Voraussetzungen
  • Anzeige des Kurzarbeitergeldes bei der Agentur selbst.

Betrieblich gesehen muss mindestens ein Arbeitnehmer im Unternehmen sozialversicherungspflichtig beschäftigt sein. Bezüglich der persönlichen Voraussetzungen kann Kurzarbeitergeld nur an Arbeitnehmer gezahlt werden, die nicht bereits gekündigt sind oder einen Aufhebungsvertrag unterschrieben haben. Das ist einer der Gründe, weshalb das Kurzarbeitergeld so effektiv darin ist, Arbeitslosigkeit zu verringern. Abschließend muss das Kurzarbeitergeld schriftlich bei der Agentur für Arbeit beantragt werden. Alle wichtigen Formulare dazu finden sich hier unter der Überschrift „Finanzielle Hilfen / Kurzarbeitergeld“.

Weitere Veränderungen durch Corona

Gemäß der im März 2020 beschlossenen Kurzarbeitergeldverordnung (KugV) können in 2020 auch Leiharbeiter in Kurzarbeit gehen und Kurzarbeitergeld erhalten. Eine weitere wichtige Änderung für Arbeitgeber ist, dass die Sozialversicherungsbeiträge, die Arbeitgeber für ihre Arbeitnehmer in Kurzarbeit allein tragen müssten, bis Ende 2020 pauschal von der Arbeitsagentur übernommen werden. Auch müssen in Betrieben keine Minusstunden mehr aufgebaut werden, um Kurzarbeit zu vermeiden.

Für Arbeitnehmer, die bereits 2019, also vor der Corona-Pandemie, in Kurzarbeit waren wurde die maximale Bezugsdauer - befristet bis zum 31.12.2020 - von 12- auf maximal 21 Monate erhöht.

Wie beantrage ich Kurzarbeit?

Der erste Schritt bei der Beantragung von Kurzarbeitergeld ist immer das Informieren der betroffenen Arbeitnehmer. Wenn im Unternehmen ein Betriebsrat existiert, kann auf dieser Ebene eine Vereinbarung geschlossen werden. Sollte das nicht der Fall sein, dann müssen die entsprechenden Arbeitnehmer einzeln informiert werden und der Maßnahme zustimmen. Hier müssen vor allem tariflich oder vertraglich bestimmte Ankündigungsfristen beachtet werden.

Nach dieser Ankündigung kann der schriftliche Antrag bei der Arbeitsagentur eingereicht werden. Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, wird das Kurzarbeitergeld von der Arbeitsagentur angewiesen. Bei anhaltender Kurzarbeit muss die Erstattung des Kurzarbeitergeldes nachträglich monatlich bei der Agentur für Arbeit beantragt werden. Der jeweilige Antrag muss innerhalb von drei Monaten nach Ende des Abrechnungsmonats bei der Arbeitsagentur eingegangen sein.

Sobald sich Arbeitgeber dazu entscheiden, die Kurzarbeit einzustellen, erfolgt eine letzte Abschlussprüfung der Abrechnungen seitens der Arbeitsagentur. Das kann unter Umständen sogar zu einer Korrektur der Auszahlungen führen. Das ist allerdings nicht die Regel, da das primäre Ziel des Staates ist, Arbeitgeber während der Corona-Krise bestmöglich zu unterstützen und so die Wirtschaft zu stabilisieren.