Die Rente in Zeiten von Corona

Kurzarbeit und Corona sind die dominierenden Themen des Jahres 2020. Arbeitnehmer werden die Auswirkungen aber noch deutlich länger spüren. Ein Beispiel dafür ist die Rente. Wegen des Lohnausfalls wird weniger Geld an die Rentenversicherung abgeführt. Die Folgen sind ein niedrigerer Rentenanspruch der Beschäftigten und ein Defizit in der Rentenkasse. Für das Jahr 2021 geht die Deutsche Rentenversicherung davon aus, dass die Renten im Westen nicht steigen werden. Das wäre das erste Mal seit 2010. Im Osten rechnen die Experten mit einer sehr geringen Erhöhung von unter einem Prozent. Einer der Gründe sind die durch Corona ausgelösten fallenden Durchschnittslöhne. Auch die Beitragszahlungen zur Rentenversicherung werden wahrscheinlich eher steigen als geplant. Zwar wird das voraussichtlich nicht im Jahr 2021 passieren, aber wohl noch vor 2024. Vor Corona war erst das Jahr 2024 für eine Steigerung der Beiträge angepeilt. Laut Gesetzeslage darf der Beitragssatz bis 2025 allerdings nicht über 20 % steigen. Im Jahr 2020 liegt der Beitragssatz bei 18,6 Prozent.

Was passiert mit meiner Rente, wenn ich in Kurzarbeit bin?

Wenn der Arbeitgeber Kurzarbeit für Dich angemeldet hat, bleibst Du weiterhin in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert. Allerdings wirkt sich das Kurzarbeitergeld auf die Höhe der Rentenbeiträge aus. Arbeitnehmer in Kurzarbeit müssen in Zukunft mit höheren finanziellen Belastungen rechnen. Steigende Rentenbeiträge werden ein Teil davon sein. Gewissheit über die wahrscheinlich ausbleibende Rentensteigerung wird es aber erst im Juli 2021 geben. Nach dem Lohneinbruch wegen Corona und Kurzarbeit könnten also auch noch die Beiträge zur Rentenversicherung steigen, während das Rentenniveau stagniert. Für von Kurzarbeit Betroffene ändert sich beim Lohn, der mit regulärer Arbeit verdient wurde, nichts. Dieser Rentenbeitrag wird weiterhin mit dem Arbeitgeber geteilt. Anders ist es bei der ausgefallenen Arbeit: Hier fallen nur auf 80 Prozent des ausgefallenen Betrags Rentenbeiträge an. Für die restlichen 20 Prozent des Verdienstausfalls sind keine Rentenbeiträge fällig. Die Auswirkungen auf die spätere Rente bleiben gering. Die gesetzliche Rente ist somit ein sichere Altersvorsorge in Krisenzeiten. Es entfällt nur für die weggefallene Arbeit ein kleiner Teil der Rente.

Und was ist mit Deiner Betriebsrente?

Eine allgemeine Antwort für die Betriebsrente ist nicht möglich, denn die Auswirkungen sind je nach Finanzierungsart unterschiedlich. Es entfallen in der Regel Ansprüche, wenn die Betriebsrente allein vom Arbeitgeber gezahlt wird. Informationen und Beratung kannst Du dir beim jeweiligen Betriebsrat oder der Personalabteilung holen.

Informationen zu Reha-Maßnahmen in Kurzarbeit:

Allgemein gilt: Während einer Reha-Maßnahme wird kein Kurzarbeitergeld gezahlt. Hast Du bereits vor Anzeige der Kurzarbeit an einer Reha-Maßnahme teilgenommen, bekommst Du ebenfalls keine Leistungen von der Bundesagentur für Arbeit.

Weitere Information und Tipps zur Rente und Kurzarbeit:

  • Rentner, die ihre Rente mit einem Job aufstocken, haben keinen Anspruch auf Kurzarbeit.
  • Freiwillige Vorsorge ist unabhängig von Betriebsrente und staatlicher Rente empfehlenswert.
  • Altersvorsorge: Bei Kurzarbeit kannst Du die Beiträge für Produkte wie Riester-Rente anpassen.
  • Die Mitgliedschaft der versicherungspflichtigen Arbeitnehmer in der gesetzlichen Krankenversicherung bleibt erhalten.
  • Nutze unseren Brutto-Netto-Rechner zur Kurzarbeit.

Weitere kostenlose Beratung und Informationen gibt es bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV).