Zweitwohnsitzsteuer: Wann wird sie fällig?

Wer in Deutschland eine zweite Wohnung bezieht, muss schnell Zweitwohnungssteuer zahlen. Die Höhe der Zweitwohnungssteuer ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Die Zweitwohnsitzsteuer ist oft unvermeidlich für Pendler, Studenten und Ferienhausbesitzer. Wegen dieser Steuer gab es schon einige Rechtsstreitigkeiten, doch in mehreren Gerichtsurteilen wurde entschieden, dass die Steuer auf Grundlage der Verfassung gerechtfertigt ist. Viele Personen haben aus beruflichen Gründen neben der Hauptwohnung einen Nebenwohnsitz – und müssen ebenfalls Zweitwohnungssteuer zahlen. Wir erklären Dir, was Du bei der Zweitwohnungssteuer beachten musst.

Um einen passenden Job zu finden, braucht es manchmal Ausdauervermögen. Im Vorteil sind diejenigen, die für einen Job auch in eine andere Stadt ziehen und sich dort eine Zweitwohnung nehmen. Auch für Azubis und Studenten können für eine Zweitwohnung eine Steuer anfallen. Aber nicht jeder ist davon betroffen - und auch nicht jeder muss denselben Steuersatz zahlen.

Die Städte und Gemeinden können selbst entscheiden, ob sie eine Zweitwohnungssteuer erheben oder nicht. Die Höhe der Zweitwohnungssteuer regeln die Gemeinden selbst. Die Zweitwohnungssteuer wird erhoben, um die Bezieher von Zweitwohnsitzen an den kommunalen Kosten z. B. zur Instandhaltung von Straßen zu beteiligen. Denn die Gemeinden erhalten nur für Erstwohnsitze Zahlungen aus dem kommunalen Finanzausgleich. Die Höhe der Zweitwohnungssteuer ist von Gemeinde zu Gemeinde verschieden.

Höhe der Zweitwohnsitzsteuer

Dabei gibt es keinen festgesetzten Leitfaden, wie die Kommunen bei der Zweitwohnsitzsteuer vorzugehen zu haben. Eines ist aber immer gleich - als Bemessungsgrundlage wird immer die Kaltmiete herangezogen. Sie wird aufs Jahr hochgerechnet und je nach Steuersatz ergibt sich Deine jährliche Steuerschuld.

Das sind die zehn größten deutsche Städte mit dem jeweiligen Steuersatz in Prozent:

  • Berlin 15 %
  • Hamburg 8 %
  • München 9 %
  • Köln 10 %
  • Frankfurt am Main 0 %
  • Stuttgart 10 %
  • Düsseldorf 0 %
  • Dortmund 12 %
  • Essen 10 %
  • Bremen 10 %

Wer zum Beispiel in Berlin lebt und hier eine Jahres-Nettokaltmiete von 4.800 Euro hat, muss zusätzlich noch 720 Euro Zweitwohnsitzsteuer zahlen.

Zweitwohnsitz und Steuer

Falls Du vom Hauptwohnsitz täglich innerhalb einer Stunde zum Arbeitsplatz pendeln kannst, musst Du damit rechnen, dass das Finanzamt Deine Zweitwohnung für den steuerlichen Abzug als doppelte Haushaltsführung ablehnt.

Falls ein Zweitwohnsitz aus beruflichen Gründen angemietet oder erworben wurde, können die Kosten für die doppelte Haushaltsführung und auch die Fahrtkosten für die regelmäßige Rückreise zum Erstwohnsitz als Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden.

Wenn Du wegen Deines Studiums eine zweite Wohnung oder ein WG-Zimmer in der Universitäts-Stadt hast, das Du nur von Montag bis Freitag nutzt, und bei Deinen Eltern noch mit dem Erstwohnsitz gemeldet bist, dann kann das WG-Zimmer am Studienort als Zweitwohnung gewertet werden – auch wenn Du mehr Zeit dort verbringst als bei Deinen Eltern. In diesem Fall solltest Du darüber nachdenken, ob Du Dich im Heimatort abmeldest und in der Uni-Stadt Deinen Hauptwohnsitz anmeldest.

Wann erkennt das Finanzamt den zweiten Wohnsitz als doppelte Haushaltsführung an?

Braucht man den zweiten Wohnsitz aus beruflichen Gründen, ist es möglich, die Zweitwohnungssteuer bei der Einkommensteuererklärung anzusetzen. Auch die Miet- und Nebenkosten der Zweitwohnung kannst Du ansetzen, ebenso wie die Fahrtkosten zur Arbeit und für Familienheimfahrten zum Erstwohnsitz.

Um die Kosten der Wohnung von der Steuer absetzen zu können, müssen für die zweite Wohnung folgende Kriterien erfüllt werden:

  1. Dein Zweitwohnsitz ist nicht Deine Hauptwohnung.
  2. Die Zweitwohnung wird aus beruflichen Gründen benötigt.
  3. Du musst mindestens 10 Prozent der Kosten am Hauptwohnsitz zahlen: Als Mieter einer zweiten Wohnung musst Du mehr als 10 Prozent der laufenden Kosten (Miete, Nebenkosten) am Hauptwohnsitz bezahlen.

Übrigens: Wenn Du bereits für Deinen Hauptwohnsitz Rundfunkbeiträge zahlst, kannst Du Dich auf Antrag von den Rundfunkgebühren für den Nebenwohnsitz befreien lassen!

Ist eine Ferienwohnung ein Zweitwohnsitz?

Wenn Du Deine Ferienwohnung überwiegend privat nutzt, musst Du in mancher Gemeinde und Stadt die Ferienwohnung als Zweitwohnsitz anmelden. Für Dich ist dann eine Zweitwohnungssteuer fällig. Um diese Steuerpflicht wird in diesem Kontext viel gestritten. So schoss die Zweitwohnungssteuer z. B. in Malente in die Höhe (Schleswig-Holstein) und hat sich fast verdoppelt.

Die Zweitwohnungssteuer wird für Ferienobjekte fällig, wenn eine Eigennutzung nicht auszuschließen ist. Die ausschließliche Nutzung der zweiten Wohnung als Anlage oder als zu vermietendes Ferien-Objekt schließt die Erhebung der Zweitwohnungssteuer allerdings aus.

Sobald eine Nutzung zu Ferienzwecken durch den Eigentümer erfolgt, kann die Zweitwohnungssteuer anfallen. Jedoch kann die nur theoretische Möglichkeit der Eigennutzung die Steuerpflicht nicht begründen.

Zählt der Camping-Stellplatz als Zweitwohnsitz?

Ob das auf Dich zutrifft, hängt von den jeweiligen Regeln in der Gemeinde ab. In Niedersachsen ist ein Dauer-Campingplatz dann ein Zweitwohnsitz, wenn der Wohnwagen nie oder gelegentlich bewegt wird (länger als drei Monate im Jahr an einem Standort steht). Somit können für einen Dauercamper in Niedersachsen, Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und in Schleswig-Holstein eine Steuer anfallen. Allerdings liegt es auch noch in der Hand der Gemeinden, ob diese tatsächlich erhoben werden.

Gibt es Ausnahmen?

Wie so oft gibt es auch Ausnahmen. So sind Berufspendler von der Zweitwohnsitzsteuer befreit, sofern sie verheiratet sind. Auch Bewohner eines Altenheims müssen die Steuer nicht zahlen. Im Bundesland Bayern sind Geringverdiener ebenfalls befreit. Personen mit einem Jahreseinkommen unter 25.000 müssen dort keine Zweitwohnsitzsteuer zahlen.

Hinweis: Nicht jeder kurzeitige Aufenthalt in einer auswärtigen Unterkunft zählt sofort als Nebenwohnung. Erst wenn der Aufenthalt eine Dauer von sechs Monaten übersteigt, gilt die Meldepflicht. Meistens beträgt die Meldefrist zwei Wochen. Aber auch diesbezüglich gibt es keine einheitlichen Regelungen, die für alle Bundesländer gültig sind. Daher empfiehlt es sich immer, bei der jeweiligen Kommune nachzufragen.

Wie melde ich meinen Zweitwohnsitz an?

Egal, ob Hauptwohnsitz oder Zweitwohnsitz: Für die Anmeldung ist das Einwohnermeldeamt am Wohnort zuständig. Viele Gemeinden stellen die Formulare auf ihren Webseiten zur Verfügung. Dann kannst Du den Zweitwohnsitz entweder online anmelden oder das Formular ausdrucken und per Post an das zuständige Amt schicken. Wenn Du innerhalb einer Gemeinde oder sogar innerhalb Deines Hauses umziehst, musst Du das melden. Viele Gemeinden akzeptieren eine Fristüberschreitung, da die jeweiligen Ämter oft überlastet sind.

Zweitwohnsitzsteuer zusammengefasst:

  • Die Anmeldung eines Zweitwohnsitzes erfolgt über das Amt der zuständigen Gemeinde.
  • Ferienwohnungen: Wenn die Eigennutzung auf einen bestimmten Zeitraum des Jahres oder auf eine bestimmte Dauer beschränkt ist, muss für die Erhebung der Zweitwohnungssteuer dieser Tatbestand hinreichend durch die kommunale Satzung erfasst werden.
  • Die Basis für die Bemessung der Zweitwohnsitzsteuer ist die jährliche Nettokaltmiete der Wohnung.
  • Im Rahmen der doppelten Haushaltsführung kannst Du die Zweitwohnungssteuer absetzen.
  • Verheiratet Berufspendler sind von der Steuer befreit.

Fällt für Dich auch eine Zweitwohnungssteuer an? Mach jetzt Deine Steuererklärung hier!